Nazi-“Warm-up“ am 05. März in Dessau-Roßlau März 6, 2009
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Bombenstimmung bei „Mitteldeutschen Freiheitskämpfern“
extrem rechter Kostümball mit Skeletten und Sensenmann // Clowns und Tempo-Taschentücher gegen Neonazitrauerspiel
Zwei Tage vor dem Jammermarathon „Gegen das Vergessen – Zum Gedenken der Opfer des Bombenangriffs auf Dessau am 07.03.1945″ hielten die „Freien Nationalisten“ aus Dessau und Anhalt-Bitterfeld eine „Warm-up“-Kundgebung in der Dessauer Innenstadt unter selbigem Motto ab. Dieser Neonaziaufmarsch wird am 07. März 2009 laut Planung etwa sieben Kilometer durch ganz Dessau führen. Anmelder Alexander W. und die ersten eingetroffenen Kameraden staunten nicht schlecht, als sie von zwei Clowns und XXL-Tempo-Taschentüchern am Kundgebungsort begrüßt worden sind. Nur sehr zögerlich nahmen die Neonazis ihren zugewiesenen Kundgebungsplatz ein, über dem ein Transparent der Clowns hing, das „Bombenstimmung“ verbreiten sollte. Zahlreiche zuvor verteilte Packungen Tempo-Taschentücher auf Din A3 und andere Verschönerungen rings um den Kundgebungsort sorgten zunächst für designierte Stimmung bei den Kameradinnen und Kameraden.
Etwa 45 Neonazis aus Dessau-Roßlau, Anhalt-Bitterfeld und Schkeuditz nahmen an der versammlungsrechtlichen Aktion zwischen 17.00 und 18.30 Uhr an der Museumskreuzung teil. Bei Dessau-Roßlauer Bürgerinnen und Bürgern für den „Trauermarsch“ am kommenden Samstag zu werben war ihr eigentliches Ansinnen. Die Passanten, denen die Nazis ihre Flugblätter anboten, schüttelten nur mit dem Kopf, wandten sich von den extrem rechten Akteuren ab und suchten das Weite. Die breite Kampagne der Nazigegner macht in den zurückliegenden Wochen bereits ausreichend Stimmung in der kommunalen Öffentlichkeit, sodass sich die Dessau-Roßlauer kaum noch vom ewig gestrigen Jungsturm täuschen ließe. Die einzigen Flugblätter die sie an ein paar Jugendliche loswurden, sind auf der gegenüberliegenden Straßenseite in Konfetti verwandelt worden, als sich die Jugendlichen zu den anwesenden AntifaschistInnen gesellten.
Eine kleine Delegation aus Schkeuditz unterstützte die „Freien Nationalisten Dessau und Anhalt-Bitterfeld“. Diese brachten das Transparent der „Mitteldeutschen Freiheitskämpfer“, Kerzen, Skelett- und Sensenmannkostüme, inklusive Werkzeugattrappe und Isomatten mit. Nachdem die in Ungnade gefallene Carola Holz, ehemalige NPD-Landeschefin, mit einer etwa zwanzigköpfigen Gruppe aus Anhalt-Bitterfeld verspätet eintraf, nahmen die Kameradinnen und Kameraden alsbald unter ihrer Ansage Aufstellung und der schauspielerische Kostümball nahm seinen Lauf.
Die strengen selbstauferlegten Auflagen der Versammlungsleitung, des am Samstag folgenden Aufmarsches schienen heute noch nicht zu gelten – Rauchverbot und Disziplin waren bei den Anwesenden heute noch nicht allzu ausgeprägt. Da bleiben ja noch zwei Tage zur Konditionierung. Auch hätte der Beobachter gemäß der hochbeschworenen Opferbereitschaft der Neonaziszene nicht erwartet, dass sich die extrem rechten Schausteller komfortabel auf Isomatten Platz nehmen würden. Die infolge der Bombardierung deutscher Städte ums Leben gekommenen Kinder, Frauen und Greise, die die Kostümierten laut Aufdruck symbolisieren sollten, hatten schließlich auch nicht solch einen Komfort in den kriegsgebeutelten Ruinen der deutschen Städte. Auch die gefallenen deutschen Frontsoldaten hätten sich beim Anblick dieser belustigten Runde im eisigkalten Grabe noch rumgedreht.
aktuelles zum Samstag März 5, 2009
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Stadtplan ist online // Polizei verwehrt Gedenken an Zwangsarbeiter vor dem Friedhof
Die Mahnwache vor dem Friedhof (dem Ziel der Nazis) hat die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost verwehrt. Das Gedenken an die in Dessau eingesetzte Zwangsarbeiter, denen durch Dessauer Bürger der Zutritt zu Luftschutzkeller verwehrt worden ist, gewichtet offensichtlich weniger als das Ansinnen der Neonazis einen Kranz abzuwerfen für jene Dessauer Bürgerinnen und Bürger, denen als „Volkszugehörige“ das Recht zustand, zu entscheiden, wer in die Luftschutzkeller darf und wer nicht.
Gegenwärtig ist eine weitere Kundgebung in etwa 200 m Entfernung zum Friedhof (8a) angemeldet.
Gesamtprogramm für Freitag und Samstag in Ergänzung:
Programm rund um den 7. März.
Freitag:
ab 19:00 Uhr begrüßt euch die Apfelfront
Der Führer persönlich wird das Eventwochenende mit einem Vortrag eröffnen. Danach wird der Film „Marsch auf Berlin“ von der Apfelfront gezeigt.
Samstag:
ab 9:00 Uhr werden im AJZ Frühstück und die aktuellsten Infos zu Naziaufmarsch und Gegenaktivitäten angeboten
ab 11:00 Uhr Hauptbahnhof / erster Treffpunkt für Gegenaktivitäten
Gegen 20:00 Uhr findet im AJZ noch eine Aftershowparty statt, Live -Mucke mit Fidl Kunterbunt (Liedermacher aus Berlin) und Tod durch Sterben (Punk aus Plauen)
Die Provinz ruft – die Weichen sind gestellt – die Nazis sollen heulen… so oder so März 3, 2009
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07. März 2009: den Nazis in Dessau die Stimmung vermiesen // Stadt transportiert „Weltoffenheit“ und Nazis wollen sich bereits im Vorfeld, gemäß der Nacht des 07. März 1945, anheizen – da bekommt „warm-up“ gleich eine ganz andere Bedeutung…
Am Samstag, den 07. März 2009 scheint sich in der Stadt einiges zu bewegen. Neben den Heultiraden der Neonazis werden mehre Kundgebungen in der Stadt genügend Freiraum bieten, um dem emotionalen Wanderkessel um Carola Holz und die „Freien Nationalisten aus Anhalt-Bitterfeld und Dessau“ Taschentücher zum Trocknen der Tränen zu reichen oder sie verbal oder how ever zu „erheitern“. …oder aber ihnen jegliche Trauerstimmung ein für allemal zu vermiesen.
Die Neonazis planen sich 12.00 Uhr am Hauptbahnhof zu treffen und ab 13.00 Uhr mit ihrem „Trauermarsch“ zu beginnen. Direkt an den Nazimob wird sich ein „Kehraus“ der Stadt Dessau-Roßlau anschließen, der mittels zweier Kehrmaschinen und Transparent die geflossenen Tränen und „den braunen Ungeist von der Straße fegen“ soll.
Am Polizeirevier der Stadt vorbei werden die Neonazis bald in die Zerbster Straße, eine Fußgängerpassage einbiegen. Häuserschluchten mit nur drei Zugängen werden hier zusätzlich zum Spalier der zahlreichen Polizeikräfte das Kessel-Feeling für den Nazimob bieten. Am Ende dieser Fußgängerpassage steht mittig das Rathaus. Neben diesem wird auf der einen Seite eine Kundgebung der Stadt unter dem Motto: „Vielfalt ist bunt“ mit Bühnenprogramm und Infoständen stattfinden und auf der anderen Seite wollen die Neonazis die Schlossstraße entlang das Rathaus passieren. Hier wird sich der „Trauermarsch“ nur wenige Schritte entfernt von der bürgerlichen Protestveranstaltung befinden.
Laut Plan wollen die „Freien Nationalisten“ auf dem sich anschließenden Schlossplatz eine Kundgebung abhalten. Nach dieser soll der Jammermarsch durch den Torbogen des Johannbaus zur Ludwigshafener Straße herunter führen und den langen Gang über jene Schnellstraße antreten. Hier werden sie etwa drei Kilometer lang, einerseits das Muldeufer andererseits angrenzende Wohnblöcke mit ihrem Geheul belästigen. Nach besagten drei Kilometern erhoffen sie sich den Heidefriedhof in Dessaus Süden zu erreichen und dort wie bereits in 2005 und 2008 mit Kranz und barhäuptig ihren deutschen Opfern zu gedenken.
Am geplanten Ziel der „Freien Nationalisten“, den Friedhof III ist eine Mahnwache „gegen Geschichtsrevisionismus“ angemeldet. Dort soll den auf dem Friedhof bestatteten Zwangsarbeitern gedacht werden, um den Neonazis das Feld streitig zu machen.
Nach mutmaßlichem Erreichen ihres Ziels (Heidefriedhof) wollen die Kameradinnen und Kameraden ihren Rückweg in Richtung Hauptbahnhof, direkt entlang der Hauptverkehrsstraße (Bundesstraße 184 / Heidestraße, Franzstraße, Kavalierstraße) antreten. Hier wird in den Nachmittagsstunden eine Kundgebung der IG Metall unter dem Motto: „Die Zukunft gehört uns – die brauen Schmiere wegputzen“ ein Stärkung der Nazigegner mit Nutellabrötchen und eine „Erheiterung“ der trauernden Neonazis zur Option stellen.
Weitere Kundgebungen auf dem August-Bebel-Platz (Askanische Straße/westlich der Museumskreuzung) und an der Gedenkstele für die ermordeten und deportierten Jüdinnen und Juden sowie die zerstörte Synagoge Dessaus (Akanische Straße/Steinstraße) bieten ebenfalls Möglichkeiten der Bewegungsfreiheit in der Stadt. Zudem dienen diese als Info-punkte und halten Stadtplänen und aktuelle Informationen für alle NazigegnerInnen vor.
Ab 11.00 Uhr werden sich die ersten AntifaschistInnen am Hauptbahnhof treffen, um für Anreisende aktuelle Infos und Stadtpläne bereitzuhalten. EA, Info-Nummer und wap-Ticker werden ebenfalls für Absicherung und aktuellen Informationstransfer sorgen. Stadtplan mit allen nötigen Daten wird in den kommenden Tagen online (http://dessau-blockiert.tk) erscheinen.
Während in der Stadt mittlerweile mehrere hundert Plakate für Weltoffenheit und Toleranz entlang der Route der Neonazis gehangen werden, planen die „Freien Nationalisten“ indes eine Kundgebung am Donnerstag, den 05. März 2009, um sich im kleinen Kreis seelisch und moralisch auf den Wanderkessel einzustellen. Unter dem selben Motto wie Samstag („Gegen das Vergessen – Zum Gedenken der Opfer des Bombenangriffs auf Dessau am 07.03.1945″) haben Alexander W. und Carola Holz eine Kundgebung an der Museumskreuzung ab 17.00 Uhr angemeldet. In Anbetracht der Bombardierung und Zerstörung der Stadt am 07. März 1945 bekommt „Warm-up“-Veranstaltung da doch gleich einen ganz anderen Charakter.
Die Zeichen stehen gut, um den „Freien Nationalisten aus Anhalt-Bitterfeld und Dessau“ in 2009 ein ganz besonderen „Trauermarsch“ zu bereiten.
Friday 13th in Wolfen Februar 12, 2009
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de.indymedia.org: „Ein Licht für Dresden“ am 13. Februar in Wolfen
„Gegen jeden Geschichtsrevisionismus – deutsche Täter_Innen sind keine Opfer“ // 16.00 Uhr // Dessauer Allee, Wolfen
Sturm im Wasserglas – oder – Carola und die starken Jungs
Nachdem der NPD-Landesvorstand im September 2008 mit dem Rücktritt von sieben von neun Vorstandsmitgliedern für Aufsehen gesorgt hat, versucht die zurückgetretene Ex-Landeschefin Carola Holz die Stellung auf einer einsamen Insel zu halten. Das Bild der bedachten NPD-Funktionärin hatte sie nie abgegeben – jetzt wo ihr alleinig noch eine Wirkungsmächtigkeit unter den „Volksgenossen“ im kleinen anhaltinischen Dorf zuteil wird, scheint sich manches zu klären: „Wo die Sonnen der Intelligenz tief steht, werfen selbst Zwerge Schatten.“
Während alle anderen Neonaziaktivisten bereits Freitag, den 13.Februar nach Dresden fahren, um die völkisch-nationale Salzwasserflut über Dresden hereinbrechen zu lassen, wollen Carola und die jungen Mannen wenigstens auch „ein Licht für Dresden“ tapfer in den Wind halten. Da Fahrkarten heute nicht billig sind und die arbeitslose Bürokauffrau das Geld ja nicht selber druckt – oder vielleicht doch? Schließlich meint sie selbst, nicht zu den „Grundgesetztreuen“ zu gehören… Jedenfalls werden sich die Kameradinnen und Kameraden an ihrer Seite nicht auf den Weg nach Dresden machen sondern die Tränensäcke gleich bei Frau Holz um die Ecke, an der Dessauer Allee, Ecke Straße der Chemiearbeiter in Wolfen auswringen. Von 17.00 bis 20.00 Uhr hat das Mitglied im Kreistag von Anhalt-Bitterfeld dort eine Kundgebung angemeldet.
Viel Ansehen scheinen die Neonazis der anhaltinischen Provinz überregional nicht mehr zu genießen. Die Ankündigung des „Trauermarsches“ am 7. März 2009 in Dessau-Roßlau wurde nach wenigen Stunden vom NPD-Landesportal wieder entfernt, auch finden die „Freien Nationalisten“ aus Dessau-Roßlau und den Landkreisen Anhalt Bitterfeld und Wittenberg auf keinen anderen Internetseiten im Land ein nennenswertes Sprachrohr. Womöglich spekulieren Carola und die starken Jungs aus der Provinz auf eine Erwähnung unter den „Solidaritätsbekundungen“ auf der „Weltnetzseite“ des „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ aus Dresden.
Im vergangenen Jahr haben die hiesigen Neonazistrukturen einen erhöhten Aktionismus zu Tage getragen, der sich auch um so häufiger in gewalttätiger Form gegen Menschen und Projekte auswirkte, die nicht ins Weltbild der neonazistischen Kleingeister passen. Als gezielte Verhöhnung oder aus mangelnder Logik veranstalteten die „Freien Nationalisten“ in Zusammenarbeit mit der enttäuschten Parteifunktionärin allein im Jahr 2008 drei Demonstrationen und Kundgebungen gegen linke Gewalt in Dessau-Roßlau. Nach den „Trauermärschen“ im März 2005 und 2008 in der Muldestadt versuchen sie nun trotz scheinbar schwindender politischer Kompetenz in der Region Anhalt, die Trauermärsche zur kriegsnotwendigen Zerstörung der Stadt, als alljährlichen Termin zu etablieren.
Genau wie jüngst in Magdeburg, kommendes Wochenende in Dresden und am 07. März in Dessau-Roßlau werden hier von den Unterstützerinnen aus dem Lager ganz Rechts die kriegsnotwendigen und -entscheidenden Bombardierungen gegen deutsche Städte zu alliierten Angriffskriegen oder zum „Bombenholocaust“ verklärt. Die Schuld Deutschlands und der deutschen Volksgenossen am Ausbruch des zweiten Weltkriegs und den millionenfachen Ermordungen an Menschen wird von den Neonazis, ob in Dresden, Magdeburg, Dessau-Roßlau oder vor Carolas Haustür, geleugnet und negiert.
Unter dem Motto: „Gegen jeden Geschichtsrevisionismus – deutsche Täter_Innen sind keine Opfer“ findet in der Dessauer Allee in Wolfen ab 16.00 Uhr eine Gegenkundgebung statt. Reisende Antifasch_Innen, die sich am Freitag, den 13. Februar auf dem Weg südwärts nach Dresden befinden und alle anderen sind eingeladen, mit uns zusammen, den Neonazis das „Licht für Dresden“ auch in Wolfen kraftvoll auszublasen.
Dessau blockiert… Januar 23, 2009
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Für den 07. März 2009 kündigen Neonazis aus Dessau und Anhalt-Bitterfeld einen „Trauermarsch“ unter dem Motto: „Gegen das Vergessen – Zum Gedenken der Opfer des Bombenangriffs auf Dessau am 07.03.1945″ an.
Nach den „Trauermärschen“ im März 2005 und 2008 in der Muldestadt versuchen Rechtsextremisten der Region auch in Dessau-Roßlau einem festen Aufmarschtermin zu etablieren, um sich in die bundesweiten Jammeretappen der Neonaziszene einzureihen. Faktenresistent und geschichtsrevisionistisch versucht die rechtsextreme Szene alljährlich vielerorts die kriegsnotwendige Bombardierung deutscher Städte zum Angriffskrieg der Alliierten zu erklären und deutsche Schuld an Krieg und industriellem Massenmord von Menschen zu negieren.
Auf dieser Internetseite informieren wir über Aktuelles und Protestaktionen zum 07. März 2009 sowie über Hintergründe des 07. März 1945 und die Neonaziszene der Region heute.
Impressionen vom 08. März 2008 Januar 23, 2009
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Impressionen vom 12. März 2005 Januar 23, 2009
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